BHKW-Baustelle: Aktueller Blick auf die Ingelheimer Aue!

 

 

 

Baustart für Blockheizkraftwerk der KMW AG

 

Mainz, 26. April 2017

Die Bauarbeiten für das neue Blockheizkraftwerk der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG auf der Ingelheimer Aue sind offiziell gestartet. Im Rahmen einer Feierstunde mit rund 100 geladenen Gästen erfolgte heute Vormittag der symbolische erste Spatenstich auf dem Kraftwerksgelände. Die Oberbürgermeister von Wiesbaden und Mainz, Sven Gerich und Michael Ebling, bezeichneten den Bau des gut 100 Millionen Euro teuren Projekts als wichtiges Signal im Rahmen der Energiewende. Und auch die KMW-Vorstände Dr. Lars Eigenmann, Jörg Höhler und Stephan Krome sehen in dem geplanten Ausbau des Kraftwerkstandorts Ingelheimer Aue zu einer Wärmeplattform für die Region einen wichtigen Baustein für die Zukunft des kommunalen Energieerzeugers KMW AG.

Hintergrund der Überlegungen zum Bau eines Blockheizkraftwerks ist die Situation auf dem deutschen Energiemarkt, von dem auch das bestehende moderne Gaskraftwerk der KMW seit einiger Zeit betroffen ist, berichtete der KMW-Aufsichtsratsvorsitzende Gerich. Durch den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Verfall der Strompreise an der Börse sowie der gesunkenen Preise für CO2-Zertifikate sind die Einsatzzeiten der deutschen Gaskraftwerke bereits deutlich gesunken. Und sie werden weiter sinken. Der Wiesbadener Oberbürgermeister hält dies für ein Problem, das die Bundespolitik nach der Bundestagswahl im Herbst 2017 angehen muss: „Es macht keinen Sinn, wenn alte Kohlekraftwerke weiterhin Strom produzieren und gleichzeitig moderne hocheffiziente Gaskraftwerke wie das in Mainz immer häufiger still stehen. Da stimmen die Rahmenbedingungen nicht. Wenn wir wollen, dass die Energiewende gelingt, benötigen wir Gaskraftwerke mit umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung.“

„Das bestehende mit Erdgas betriebene Gas- und Dampfturbinenkraftwerk der KMW hat bis 2013 mehr als 90 Prozent der gesamten Fernwärmeversorgung der Stadt getragen“, macht der Mainzer Oberbürgermeister und stellvertretende KMW-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Ebling deutlich. Bei der Stromproduktion auf der Ingelheimer Aue wurde die dabei anfallende Wärme genutzt und über ein 70 Kilometer langes Leitungsnetz in Mainz verteilt – unter anderem werden der Dom, die Universität, die Uniklinik oder die Rasenheizung in der Opel-Arena seit vielen Jahren mit Fernwärme versorgt. Die Fernwärme spielt bei der Wärmeerzeugung in Mainz eine Hauptrolle: Die gelieferte Fernwärmemenge entspricht umgerechnet dem Verbrauch von 40.000 Haushalten. „Das bestehende GuD-Kraftwerk kann aber nur dann wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden, wenn sich die Einsatzzeiten des Kraftwerks in erster Linie nach den Strompreisen richtet und nicht nach der Notwendigkeit der Fernwärmeversorgung“, erläutert der KMW-Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Eigenmann. Die Fernwärmeversorgung muss aber insbesondere im Winter rund um die Uhr gesichert sein.

Hier setzt das neue Blockheizkraftwerk an, in dem ab Ende 2018 mehrere Gasmotoren aus dem Brennstoff Erdgas Strom und Wärme erzeugen. Die durch den zusätzlich geplanten Fernwärmespeicher entkoppelte Bereitstellung von Wärme und Strom dient somit der Stabilisierung und dem Ausbau der Mainzer Fernwärmeversorgung. Das Blockheizkraftwerk wird zehn Motoren umfassen – jeder dieser Motoren kann bis zu 10 Megawatt (MW) elektrisch und knapp 9 Megawatt thermisch erzeugen. Macht zusammen 100 MW elektrisch und rund 90 MW thermische Leistung. Zum Vergleich: Das bestehende GuD-Kraftwerk hat eine Leistung von mehr als 400 MW. Vorteile des neuen Blockheizkraftwerks: Es nutzt mit über 85 Prozent die Energie des Brennstoffes Erdgas sehr effizient aus.

KMW-Vorstand Jörg Höhler sieht einen weiteren Vorteil der neuen Anlage: „Die Motoren können zudem wesentlich schneller an- und abgefahren werden, das geht innerhalb von zwei Minuten.“ Das Blockheizkraftwerk benötigt bei gleicher Fernwärmeerzeugung weniger Brennstoffeinsatz und schont damit die Umwelt. „Die schalltechnische Auslegung des Blockheizkraftwerkes würde so erfolgen, dass die Anlage die schalltechnischen Anforderungen deutlich unterschreitet und in der Nachbarschaft nicht wahrnehmbar sein wird“, versichert KMW-Vorstand Stephan Krome.

Das neue Blockheizkraftwerk wird von dem finnischen Unternehmen Wärtsilä Energy Solutions errichtet. Kari Hietanen, Executive Vice President, Corporate Relations & Legal: „Wir freuen uns sehr darüber, zusammen mit der KMW AG mit dem neuen BHKW zum Gelingen der Energiewende in Deutschland beizutragen. Dieses Projekt ist ein Meilenstein für Wärtsilä in Deutschland – einer der führenden Märkte in der Erzeugung und Integration von erneuerbaren Energien. Wir haben viel Erfahrung in der intelligenten und flexiblen Strom- und Wärmeerzeugung. Unsere hochflexiblen „Smart Power Generation“ Lösungen sind ideal geeignet, die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen und damit deren erfolgreiche Integration in den gesamten Energiemix zu gewährleisten.

Zusätzlich zu einem neuen Blockheizkraftwerk hat die KMW AG den Neubau eines Wärmespeichers auf dem Kraftwerksgelände beschlossen. Dabei handelt es sich um eine Anlage, in der die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme genutzt wird, um Wasser in mehreren großen gedämmten Spezialbehältern zu erwärmen. Das heiße Wasser kann in derartigen Anlagen über Stunden und Tage gespeichert und später gezielt ins Fernwärmenetz abgegeben werden, wenn sie benötigt wird. Dadurch würde die Stromerzeugung im GuD-Kraftwerk oder im Blockheizkraftwerk zeitlich weiter vom Fernwärmebedarf entkoppelt.

 

 

NEUES BLOCKHEIZKRAFTWERK AUF DER INGELHEIMER AUE

Mainz, 16. Dezember 2016

AUF DER INGELHEIMER AUE WIRD DIE ERZEUGUNG VON WÄRME künftig eine stärkere Rolle spielen als bisher: Ein neues mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk wird am KMW-Standort nicht nur Strom erzeugen, sondern mittelfristig bei der Sicherung und dem Ausbau der Strom- und Fernwärmeversorgung in der Region einen wichtigen Beitrag leisten.

Der KMW-Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Eigenmann und der KMW-Vorstand Stephan Krome haben am 16. Dezember 2016 in Mainz mit Melle Kruisdijk und Frank Kettig vom Generalunternehmer Wärtsilä Energy Solutions aus Finnland den entsprechenden Liefervertrag und mit Thomas Becker, Geschäftsführer der Wärtsilä Deutschland GmbH, den dazugehörigen Wartungsvertrag zum Bau eines großen Blockheizkraftwerks unterzeichnet. Die Anlage soll 2018 in Betrieb gehen.

Im November 2016 hatte die zuständige Genehmigungsbehörde SGD Süd der KMW die zum Bau der Anlage notwendige Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) erteilt. Genehmigungsrechtlich steht dem Projekt damit nichts mehr im Wege. Auch die Gremien der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG hatten zuvor grünes Licht gegeben: Sowohl der Aufsichtsrat wie auch die beiden KMW-Aktionäre Mainzer Stadtwerke AG und ESWE Versorgungs AG befürworteten den Neubau eines Blockheizkraftwerks und den zusätzlichen Bau eines Fernwärmespeichers auf dem KMW-Gelände.

DIE NEUE  ANLAGE WIRD ZEHN MOTOREN UMFASSEN.  Die Gesamtleistung liegt bei 100 Megawatt, die Investitionssumme liegt bei rund 100 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das bestehende GuD-Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue hat eine Leistung von mehr als 400 MW. 

VORTEILE DES GEPLANTEN BLOCKHEIZKRAFTWERKS: Es nutzt mit über 85 Prozent die Energie des Brennstoffes Erdgases noch besser aus als das ohnehin schon effiziente Mainzer GuD-Kraftwerk. Die Motoren können zudem wesentlich schneller an- und abgefahren werden, das geht innerhalb weniger Minuten. Das Blockheizkraftwerk benötigt bei gleicher Fernwärmeerzeugung deutlich weniger Brennstoffeinsatz und schont damit die Umwelt.

KOMBINATION MIT WÄRMESPEICHER MÖGLICH

Zusätzlich zu einem neuen Blockheizkraftwerk hat die KMW AG auch über den Neubau eines Wärmespeichers auf dem Kraftwerksgelände auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um eine Anlage, in der die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme genutzt wird, um Wasser in einem oder mehreren großen gedämmten Spezialbehältern zu erhitzen. Das heiße Wasser kann in derartigen Anlagen über Stunden und Tage gespeichert und später ins Fernwärmenetz abgegeben werden, wenn sie benötigt wird. Dadurch würde die Stromerzeugung im GuD-Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue oder im Blockheizkraftwerk zeitlich weiter vom Fernwärmebedarf entkoppelt. Der Fernwärmespeicher soll ab Ende 2018 einsatzbereit sein. Hier ist noch keine Entscheidung gefallen, welcher Lieferant den Zuschlag erhält.

 

 

BROSCHÜRE BHKW

BHKW_Broschuere_2016.pdf

 

 

 

Verträge für neues Blockheizkraftwerk unterzeichnet

Am 16. Dezember 2016 bei der Vertragsunterzeichnung in Mainz (v.l.n.r.): Frank Kettig, Thomas Becker, Melle Kruisdijk (alle Wärtsilä) sowie Dr. Lars Eigenmann und Stephan Krome (KMW AG). Foto: KMW AG