Die ersten Stützen für die neue Maschinenhalle stehen

6. November 2017: Jetzt geht es in die Höhe: Mit einem Spezialkran wurde die erste Stütze der Maschinenhalle auf der Bodenplatte des neuen Blockheizkraftwerks montiert.



Herzen des Kraftwerks sind in Mainz angekommen

Im Herbstnebel erreichten die ersten Motoren das Mainzer Rheinufer - anschließend ging es zum Firmengelände der KMW AG auf der Ingelheimer Aue. Fotos: Alex Heimann

Sieben von zehn Motoren für das neue Blockheizkraftwerk der KMW AG wurden mit dem Schiff angeliefert

Mainz, 17. Oktober 2017

Sie sind jeweils 140 Tonnen schwer und die Herzstücke des neuen Blockheizkraftwerks auf der Ingelheimer Aue in Mainz: Am heutigen Dienstag, 17. Oktober, erreichten die ersten sieben Motoren für das BHKW der Kraftwerke-Mainz-Wiesbaden AG (KMW) ihren vorläufigen Bestimmungsort auf der Ingelheimer Aue. Die restlichen drei kommen am morgigen Mittwoch. Die Motoren der finnischen Wärtsilä Corporation kamen auf dem Wasserweg nach Mainz und sollen 2018 nach der Inbetriebnahme des 100-Megawatt-Blockheizkraftwerks aus Erdgas Wärme und Strom erzeugen.

Die Firma Wärtsilä Energy Solutions ist Generalunternehmer für das Projekt. Jeder der 13 Meter langen und fünf Meter breiten Motoren verfügt über eine elektrische Leistung von zehn Megawatt. „Ein weiterer wichtiger Meilenstein dieses Projekts ist jetzt erreicht“, sagte KMW-Vorstandsvorsitzender Dr. Lars Eigenmann. „Der heutige Tag ist definitiv ein Besonderer“, betonte auch Gesamtprojektleiter Dr. Olaf Thun am Montag. „Denn wir lassen wirklich große, schwere Teile bewegen.“ Zwei Spezialkräne der Firma Riga mit einer Gesamttragkraft von 1250 Tonnen hoben die Motoren auf spezielle Modultransporter auf dem Containerterminal Frankenbach, die sie auf das KMW-Gelände brachten. Dieter Wilhelm, technischer Projektleiter: „Für den Projektfortschritt ist entscheidend, dass die zentralen Komponenten jetzt da sind.“

Durch die Motoren wird künftig aus Erdgas Strom sowie Fernwärme für die Landeshauptstadt Mainz erzeugt. Das rund 100 Millionen Euro teure BHKW nutzt mit über 85 Prozent die Energie des Erdgases hervorragend aus. Die Motoren können innerhalb von zwei Minuten angefahren werden - damit wird die KMW zum idealen Partner in der Energiewende, wenn auf schwankende Stromproduktion der erneuerbaren Energien bei Windflaute oder wenig Sonneneinstrahlung reagiert werden muss. Das Blockheizkraftwerk benötigt im Vergleich zum bestehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerk auf der Ingelheimer Aue deutlich weniger Erdgas bei gleicher Fernwärmeerzeugung für Mainz und ist damit umweltfreundlicher.

“Wir sind sehr stolz, dass wir als finnische Firma mit diesem BHKW zu einer nachhaltigen Strom- und Wärmeerzeugung von Mainz und damit zur deutschen Energiewende beitragen können. Denn durch die hohe Effizienz und Flexibilität der Motorenlösung kann die KMW künftig nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch wirtschaftlicher Strom produzieren,“ sagt Melle Kruisdijk, Area Vice President bei Wärtsilä Energy Solutions. „Mit den Motoren sind nun die Herzen des BHKW in Mainz angekommen. Damit sind wir fest im Zeitplan und rechnen damit, 2018 wie geplant in Betrieb gehen zu können“, so Kruisdijk weiter.

Die Schiffsreise der Motoren startete in der westfinnischen Hafenstadt Vaasa. Am 4. Oktober ging es los Richtung Antwerpen in Belgien. Dort wurden die Motoren am 11. und 12. Oktober auf zwei Schiffe umgeladen. Über die Niederlande machten sich die Schiffe dann am 13. und 14. Oktober auf den Weg in den Rhein. Bei der Frankenbach Container Terminals GmbH an Rheinkilometer 501 wurden die ersten Motoren an Land gehoben. Das Gelände liegt genau neben dem der KMW. „Wir profitieren hier auch von einer sehr guten Infrastruktur“, betonte Dr. Lars Eigenmann.

 

 

BHKW-Baustelle: Starkes Fundament für die Maschinenhalle

6. Oktober 2017: Auf der BHKW-Baustelle schreiten die Arbeiten planmäßig voran. Gut zu erkennen ist die Bodenplatte des neuen Kraftwerks.

Blick auf die Baustelle des Blockheizkraftwerks am 25. Oktober 2017: Rechts im Hintergrund sind zwei in blauer Folie verpackte große Wärmetauscher für das neue Kraftwerk zu sehen, die zuvor mit Transportern auf die Ingelheimer Aue geliefert und von einem Spezialkran anschließend auf der Baustelle gehievt wurden.

Gut verpackt sind die beiden Wärmetauscher, die jetzt an der Baustelle eingetroffen sind.


Seit dem Baustart im April 2017 werden auf dem Gelände des neuen Blockheizkraftwerks in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerk der KMW AG  in Mainz aktuell weiter die Voraussetzungen für den Bau der Maschinenhalle, der Kaminanlage und der Nebengebäude des BHKW geschaffen.

Dieter Wilhelm ist Technischer Leiter des 100-Millionen-Euro-Projekts. Seit 2008 ist er in Diensten bei der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG. „Eine spannende Aufgabe“, sagt er. 370 Pfähle sind in den vergangenen Monaten in den Boden der Ingelheimer Aue eingelassen worden. Pfähle zwischen 15 und 16 Metern Länge. Anschließend begannen hier vorbereitende Arbeiten für die Fundamentplatten. Aufgrund der zehn Motoren im neuen Kraftwerk besteht die künftige Kaminanlage auch aus zehn Zügen, welche von einem entsprechend starken Fundament getragen werden muss.

Daneben liefen in den vergangenen Wochen die  Vorbereitungen für Verschalungsarbeiten und den Straßenbau. Der Projektleiter: „Und parallel dazu waren die Finnen weiter fleißig beim Bau der Motoren. Maschinentechnik und Bautechnik gehen Hand in Hand.“ Mitte Oktober begann der Motorentransport von Finnland nach Mainz (siehe Bericht oben "Die Herzen des Kraftwerks sind bereits in Mainz".

Ende Oktober schloss sich daran unter anderem die Lieferung zweier großer Wärmetauscher an. Der Bau der Maschinenhalle auf der Ingelheimer Aue startet im Herbst.

Motoren bestehen in Finnland ihre Tests

 

Mainz/Finnland, 15. August 2017

„First motor running“, stand unter dem Foto, das der KMW-Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Eigenmann am 15. August verschickte. Die Arbeiten in der Fabrik beim finnischen Generalunternehmer Wärtsilä Corporation für das im Bau befindliche 100-MW-Blockheizkraftwerk laufen genauso nach Plan wie auf der Ingelheimer Aue. In Finnland werden zurzeit die zehn Motoren für das Kraftwerk zusammengebaut, in Mainz werden seit dem Baustart im April aktuell die Voraussetzungen für den Bau der Maschinenhalle, der Kaminanlage und der Nebengebäude geschaffen.

Rund sieben Werktage sind für den Zusammenbau eines Motors vonnöten, der dann eine Leistung von 10 MW bringt. Die bisherigen Tests in Finnland liefen zur Zufriedenheit der KMW-Verantwortlichen. „Erstes Leistungsmerkmal ist die maximale elektrische Leistung“, sagt Dieter Wilhelm, Technischer Leiter des Kraftwerksprojektes bei der KMW. „Diese lag bei 10 MW.“ Die thermische Leistung kann dann erst später im Betrieb an Ort und Stelle in Mainz getestet werden. Zweites Leistungsmerkmal ist der Wirkungsgrad. „Dieser lag elektrisch oberhalb 46 Prozent“, so der Projektleiter. Rechnet man dann noch den thermischen Wirkungsgrad hinzu, sollte am Ende ein Gesamtausnutzungsgrad von über 80 Prozent erreicht sein.

Im Herbst beginnt der Motorentransport von Finnland nach Mainz.

Weltkriegs-Bombe kontrolliert gesprengt

Mainz, 28. Juni 2017

Der Juni war vergleichsweise „unspannend“ für das Projekt Blockheizkraftwerk der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG - die Arbeiten auf dem Baufeld in der Nachbarschaft des bestehenden Kraftwerks 3 verliefen nach Plan. Nichts gegen die ereignisreichen Tage nach dem Spatenstich am 26. April. Denn nur acht Tage nach dem Beginn des 100-Millionen-Euro-Projekts auf der Ingelheimer Aue hatte es am Morgen des 4. Mai im Telegrafenstil aus der Vorstandsetage geheißen: Stopp der Arbeiten – 250 Kilo-Bombe auf dem Gelände entdeckt – Kampfmittelräumdienst verständigt.

Sprengmeister Horst Lenz musste also erneut in Mainz seine Arbeit verrichten. Erst am Gründonnerstag, 13. April, war Lenz in der Obere Austraße gewesen, um am Standort des künftigen Materiallagers der Stadtwerke eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen. Jetzt auf dem Kraftwerksgelände war der Zünder der dortigen Bombe noch mehr verformt, weswegen sich Lenz am Abend des 9. Mai zu einer kontrollierten Sprengung entschied.

„Bombensprengungen sind ungewöhnlich. Sie passiert nur dort, wo die örtlichen Begebenheiten günstig sind“, betonte er. Auf der Ingelheimer Aue war das der Fall. In einem Umkreis von 300 Metern wurden die Gebäude evakuiert. Ab 20 Uhr war die Rheinallee gesperrt. Lenz ließ ein dreieinhalb Meter tiefes Loch mit einem Durchmesser von sieben Metern baggern. In dieses wurde die Bombe reingezogen, ohne sie anzuheben. Anschließend brachten die Experten eine Vernichtungsladung an, verfüllten das Loch wieder und packten einen vier Meter hohen Sandkegel obendrauf. Dann wurde die Vernichtungsladung gezündet. Der Sprengmeister: „Es war eine Detonation nach Wunsch. Es war eine Sprengung ohne Auswirkungen – kein Splitterflug, keine Luftdruckwirkungen.“ Lenz weiter: „Ich habe schon Beschwerden gehört, nach dem Motto: Wir haben ja gar nichts wahrnehmen können – das ist genau das, was wir erzielen wollten.“

Oberbürgermeister Michael Ebling, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke und der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, verabschiedete Horst Lenz dennoch mit den Worten: „Ich bin aber froh, wenn wir uns nicht mehr bald begegnen müssen.“ Die Bombe war nur wenige Meter von jener Stelle entfernt gefunden worden, an der die KMW-Vorstände Dr. Lars Eigenmann, Stephan Krome und Jörg Höhler mit dem Mainz-Wiesbadener Oberbürgermeister-Tandem Michael Ebling und Sven Gerich sowie Kari Hietanen, Vize-Präsident des finnischen Generalunternehmers Wärtsilä Corporation, bei bestem Wetter den Spatenstich für das künftige Blockheizkraftwerk mit 100 Megawatt-Leistung durchgeführt hatten. 100 Gäste waren zu Gast auf der Ingelheimer Aue.

Dr. Lars Eigenmann: „Im Rahmen der Energiewende ist das Blockheizkraftwerk künftig der Spielmacher. Unser Geld ist hier gut angelegt.“ Jörg Höhler: „Es ist eine ideale Ergänzung zu unserem Kraftwerkspark neben dem Müllheizkraftwerk und den Gas- und Dampfturbinenkraftwerken.“ Stephan Krome: „Wärtsilä hat das beste Angebot abgegeben und die Gespräche sind immer von einer besonderen Arbeitsatmosphäre gekennzeichnet gewesen.“ Im November kommen die zehn jeweils 130 Tonnen schweren, 13 Meter langen und 5 Meter hohen Motoren per Schiff aus Finnland zur Ingelheimer Aue. „Das wird dann ein spektakulärer Anblick sein“, sagt Kari Hietanen.

 

Video der Bombensprengung am 9. Mai 2017 auf dem KMW-Gelände

 

 

Baustart für Blockheizkraftwerk der KMW AG

 

Mainz, 26. April 2017

Die Bauarbeiten für das neue Blockheizkraftwerk der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG auf der Ingelheimer Aue sind offiziell gestartet. Im Rahmen einer Feierstunde mit rund 100 geladenen Gästen erfolgte heute Vormittag der symbolische erste Spatenstich auf dem Kraftwerksgelände. Die Oberbürgermeister von Wiesbaden und Mainz, Sven Gerich und Michael Ebling, bezeichneten den Bau des gut 100 Millionen Euro teuren Projekts als wichtiges Signal im Rahmen der Energiewende. Und auch die KMW-Vorstände Dr. Lars Eigenmann, Jörg Höhler und Stephan Krome sehen in dem geplanten Ausbau des Kraftwerkstandorts Ingelheimer Aue zu einer Wärmeplattform für die Region einen wichtigen Baustein für die Zukunft des kommunalen Energieerzeugers KMW AG.

Hintergrund der Überlegungen zum Bau eines Blockheizkraftwerks ist die Situation auf dem deutschen Energiemarkt, von dem auch das bestehende moderne Gaskraftwerk der KMW seit einiger Zeit betroffen ist, berichtete der KMW-Aufsichtsratsvorsitzende Gerich. Durch den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Verfall der Strompreise an der Börse sowie der gesunkenen Preise für CO2-Zertifikate sind die Einsatzzeiten der deutschen Gaskraftwerke bereits deutlich gesunken. Und sie werden weiter sinken. Der Wiesbadener Oberbürgermeister hält dies für ein Problem, das die Bundespolitik nach der Bundestagswahl im Herbst 2017 angehen muss: „Es macht keinen Sinn, wenn alte Kohlekraftwerke weiterhin Strom produzieren und gleichzeitig moderne hocheffiziente Gaskraftwerke wie das in Mainz immer häufiger still stehen. Da stimmen die Rahmenbedingungen nicht. Wenn wir wollen, dass die Energiewende gelingt, benötigen wir Gaskraftwerke mit umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung.“

„Das bestehende mit Erdgas betriebene Gas- und Dampfturbinenkraftwerk der KMW hat bis 2013 mehr als 90 Prozent der gesamten Fernwärmeversorgung der Stadt getragen“, macht der Mainzer Oberbürgermeister und stellvertretende KMW-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Ebling deutlich. Bei der Stromproduktion auf der Ingelheimer Aue wurde die dabei anfallende Wärme genutzt und über ein 70 Kilometer langes Leitungsnetz in Mainz verteilt – unter anderem werden der Dom, die Universität, die Uniklinik oder die Rasenheizung in der Opel-Arena seit vielen Jahren mit Fernwärme versorgt. Die Fernwärme spielt bei der Wärmeerzeugung in Mainz eine Hauptrolle: Die gelieferte Fernwärmemenge entspricht umgerechnet dem Verbrauch von 40.000 Haushalten. „Das bestehende GuD-Kraftwerk kann aber nur dann wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden, wenn sich die Einsatzzeiten des Kraftwerks in erster Linie nach den Strompreisen richtet und nicht nach der Notwendigkeit der Fernwärmeversorgung“, erläutert der KMW-Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Eigenmann. Die Fernwärmeversorgung muss aber insbesondere im Winter rund um die Uhr gesichert sein.

Hier setzt das neue Blockheizkraftwerk an, in dem ab Ende 2018 mehrere Gasmotoren aus dem Brennstoff Erdgas Strom und Wärme erzeugen. Die durch den zusätzlich geplanten Fernwärmespeicher entkoppelte Bereitstellung von Wärme und Strom dient somit der Stabilisierung und dem Ausbau der Mainzer Fernwärmeversorgung. Das Blockheizkraftwerk wird zehn Motoren umfassen – jeder dieser Motoren kann bis zu 10 Megawatt (MW) elektrisch und knapp 9 Megawatt thermisch erzeugen. Macht zusammen 100 MW elektrisch und rund 90 MW thermische Leistung. Zum Vergleich: Das bestehende GuD-Kraftwerk hat eine Leistung von mehr als 400 MW. Vorteile des neuen Blockheizkraftwerks: Es nutzt mit über 85 Prozent die Energie des Brennstoffes Erdgas sehr effizient aus.

KMW-Vorstand Jörg Höhler sieht einen weiteren Vorteil der neuen Anlage: „Die Motoren können zudem wesentlich schneller an- und abgefahren werden, das geht innerhalb von zwei Minuten.“ Das Blockheizkraftwerk benötigt bei gleicher Fernwärmeerzeugung weniger Brennstoffeinsatz und schont damit die Umwelt. „Die schalltechnische Auslegung des Blockheizkraftwerkes würde so erfolgen, dass die Anlage die schalltechnischen Anforderungen deutlich unterschreitet und in der Nachbarschaft nicht wahrnehmbar sein wird“, versichert KMW-Vorstand Stephan Krome.

Das neue Blockheizkraftwerk wird von dem finnischen Unternehmen Wärtsilä Energy Solutions errichtet. Kari Hietanen, Executive Vice President, Corporate Relations & Legal: „Wir freuen uns sehr darüber, zusammen mit der KMW AG mit dem neuen BHKW zum Gelingen der Energiewende in Deutschland beizutragen. Dieses Projekt ist ein Meilenstein für Wärtsilä in Deutschland – einer der führenden Märkte in der Erzeugung und Integration von erneuerbaren Energien. Wir haben viel Erfahrung in der intelligenten und flexiblen Strom- und Wärmeerzeugung. Unsere hochflexiblen „Smart Power Generation“ Lösungen sind ideal geeignet, die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen und damit deren erfolgreiche Integration in den gesamten Energiemix zu gewährleisten.

Zusätzlich zu einem neuen Blockheizkraftwerk hat die KMW AG den Neubau eines Wärmespeichers auf dem Kraftwerksgelände beschlossen. Dabei handelt es sich um eine Anlage, in der die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme genutzt wird, um Wasser in mehreren großen gedämmten Spezialbehältern zu erwärmen. Das heiße Wasser kann in derartigen Anlagen über Stunden und Tage gespeichert und später gezielt ins Fernwärmenetz abgegeben werden, wenn sie benötigt wird. Dadurch würde die Stromerzeugung im GuD-Kraftwerk oder im Blockheizkraftwerk zeitlich weiter vom Fernwärmebedarf entkoppelt.

 

 

NEUES BLOCKHEIZKRAFTWERK AUF DER INGELHEIMER AUE

Mainz, 16. Dezember 2016

AUF DER INGELHEIMER AUE WIRD DIE ERZEUGUNG VON WÄRME künftig eine stärkere Rolle spielen als bisher: Ein neues mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk wird am KMW-Standort nicht nur Strom erzeugen, sondern mittelfristig bei der Sicherung und dem Ausbau der Strom- und Fernwärmeversorgung in der Region einen wichtigen Beitrag leisten.

Der KMW-Vorstandsvorsitzende Dr. Lars Eigenmann und der KMW-Vorstand Stephan Krome haben am 16. Dezember 2016 in Mainz mit Melle Kruisdijk und Frank Kettig vom Generalunternehmer Wärtsilä Energy Solutions aus Finnland den entsprechenden Liefervertrag und mit Thomas Becker, Geschäftsführer der Wärtsilä Deutschland GmbH, den dazugehörigen Wartungsvertrag zum Bau eines großen Blockheizkraftwerks unterzeichnet. Die Anlage soll 2018 in Betrieb gehen.

Im November 2016 hatte die zuständige Genehmigungsbehörde SGD Süd der KMW die zum Bau der Anlage notwendige Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) erteilt. Genehmigungsrechtlich steht dem Projekt damit nichts mehr im Wege. Auch die Gremien der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG hatten zuvor grünes Licht gegeben: Sowohl der Aufsichtsrat wie auch die beiden KMW-Aktionäre Mainzer Stadtwerke AG und ESWE Versorgungs AG befürworteten den Neubau eines Blockheizkraftwerks und den zusätzlichen Bau eines Fernwärmespeichers auf dem KMW-Gelände.

DIE NEUE  ANLAGE WIRD ZEHN MOTOREN UMFASSEN.  Die Gesamtleistung liegt bei 100 Megawatt, die Investitionssumme liegt bei rund 100 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das bestehende GuD-Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue hat eine Leistung von mehr als 400 MW. 

VORTEILE DES GEPLANTEN BLOCKHEIZKRAFTWERKS: Es nutzt mit über 85 Prozent die Energie des Brennstoffes Erdgases noch besser aus als das ohnehin schon effiziente Mainzer GuD-Kraftwerk. Die Motoren können zudem wesentlich schneller an- und abgefahren werden, das geht innerhalb weniger Minuten. Das Blockheizkraftwerk benötigt bei gleicher Fernwärmeerzeugung deutlich weniger Brennstoffeinsatz und schont damit die Umwelt.

KOMBINATION MIT WÄRMESPEICHER MÖGLICH

Zusätzlich zu einem neuen Blockheizkraftwerk hat die KMW AG auch über den Neubau eines Wärmespeichers auf dem Kraftwerksgelände auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um eine Anlage, in der die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme genutzt wird, um Wasser in einem oder mehreren großen gedämmten Spezialbehältern zu erhitzen. Das heiße Wasser kann in derartigen Anlagen über Stunden und Tage gespeichert und später ins Fernwärmenetz abgegeben werden, wenn sie benötigt wird. Dadurch würde die Stromerzeugung im GuD-Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue oder im Blockheizkraftwerk zeitlich weiter vom Fernwärmebedarf entkoppelt. Der Fernwärmespeicher soll ab Ende 2018 einsatzbereit sein. Hier ist noch keine Entscheidung gefallen, welcher Lieferant den Zuschlag erhält.

 

 

BROSCHÜRE BHKW

BHKW_Broschuere_2016.pdf

 

 

 

Verträge für neues Blockheizkraftwerk unterzeichnet

Am 16. Dezember 2016 bei der Vertragsunterzeichnung in Mainz (v.l.n.r.): Frank Kettig, Thomas Becker, Melle Kruisdijk (alle Wärtsilä) sowie Dr. Lars Eigenmann und Stephan Krome (KMW AG). Foto: KMW AG