Die KMW hat im Oktober 2025 bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd einen Antrag auf Errichtung und Betrieb eines Motorenkraftwerks auf der Ingelheimer Aue eingereicht. Seit dem 9. Februar 2026 läuft die öffentliche Beteiligung zum Genehmigungsverfahren. Zudem wurde am 16. Januar 2026 ein Antrag auf Zulassung des vorzeitigen Baubeginns gestellt. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2027 geplant.

Flexible Stromerzeugung für die Energiewende

Das neue Motorenkraftwerk soll die bestehenden Erzeugungsanlagen der KMW ergänzen und die Zukunftsfähigkeit der Energieerzeugung am Standort sichern. Mit einer elektrischen Gesamtleistung von rund 54 MW aus zwölf Jenbacher Gasmotoren (je ca. 4,5 MW) dient die Anlage der effizienten und flexiblen Stromerzeugung für Grund-, Mittel- und Spitzenlast.

„Das neue Gasmotorenkraftwerk ist ein strategischer Meilenstein für die Energieversorgung in Mainz. Es verbindet Effizienz mit Zukunftsfähigkeit und sichert den Betrieb unseres Rechenzentrums auch im Schwarzfall ab“, erklärt Oliver Malerius, Vorstand der KMW.

Modularer Aufbau und intelligente Steuerung

Durch die modulare Bauweise kann die Anlage bedarfsgerecht betrieben werden. Die Anzahl und Leistung der aktiven Motoren lässt sich flexibel an den tatsächlichen Strombedarf anpassen. Gleichzeitig unterstützt das Motorenkraftwerk die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen in wind- und sonnenarmen Zeiten wirksam und flexibel.

Eine besondere Rolle spielt die Schwarz- und Schnellstartfähigkeit der Anlage. Im Falle eines Netzausfalls kann das Motorenkraftwerk die unterbrechungsfreie Stromversorgung des ebenfalls am Standort in Errichtung befindlichen Rechenzentrums Green Rocks sicherstellen – eine kritische Infrastruktur für die digitale Wirtschaft der Region.

H2-ready: Vorbereitet für die Zukunft

Das Motorenkraftwerk wird zunächst mit Erdgas betrieben, ist jedoch bereits „H2-ready“ ausgeführt. Sobald Wasserstoff am Standort verfügbar ist, besteht die Möglichkeit der zukünftigen Nutzung. Auch die spätere Wärmeauskopplung ist in Hinblick auf Platzbedarf, Anschlussmöglichkeiten und statische Anforderungen bereits berücksichtigt – das Kraftwerk ist sozusagen „Fernwärme-ready“.

Moderne Umwelttechnik und zentrale Steuerung

Die Abgase werden mit modernen Nachbehandlungssystemen gereinigt, um Schadstoffemissionen zu minimieren. Die Kühlung erfolgt über geschlossene Systeme auf dem Dach. Die gesamte Anlage wird zentral über die bestehende Leitwarte gesteuert.

Bauvertrag unterzeichnet – Umsetzung läuft

KMW hat im letzten Jahr gemeinsam mit der INNIO Group den Bauvertrag für das neue Gasmotorenkraftwerk unterzeichnet. Damit investiert KMW gezielt in Versorgungssicherheit, Klimaschutz und digitale Resilienz – lokal, flexibel und zukunftsorientiert.

Weitere Infos unter:

KMW Motorenkraftwerk

 

ANHANG: Einordnung zum Zukunftskraftwerk (ZKW)

Neben dem aktuell im Genehmigungsverfahren befindlichen Motorenkraftwerk plant die KMW langfristig auch die Errichtung eines deutlich größeren wasserstofffähigen Gaskraftwerks, des sogenannten Zukunftskraftwerks (ZKW).

Aktueller Status: Projekt pausiert

Das ZKW-Projekt befindet sich derzeit in einer Wartephase. Grund dafür sind die noch laufenden politischen Abstimmungsprozesse auf Bundesebene.

„Damit KMW die finale Investitionsentscheidung für das Zukunftskraftwerk treffen kann, sind noch konkrete Ausgestaltungen der Kraftwerksstrategie und eine Abstimmung mit den Gremien notwendig“, so Oliver Malerius. Das Unternehmen ist mit der Sanierung des Baugrundstücks sowie der Ausführungs- und Genehmigungsplanung bereits in Vorleistung gegangen und steht in engem Austausch mit den politischen Entscheidungsträgern.

KMW bleibt in beiden Projekten engagiert und bereit, sobald die regulatorischen Rahmenbedingungen dies ermöglichen, in die klimaneutrale Energiezukunft der Region zu investieren.