v.r.n.l.: Kerstin Stumpf (Vorstand Mainzer Stadtwerke AG), Stephan Krome (Vorstand KMW), Dr. Oliver Malerius (Vorstand KMW), Nino Haase (Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz), Gert-Uwe Mende (Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden), Daniel Gahr (Vorstandsvorsitzender Mainzer Stadtwerke AG), Jörg Höhler (Vorstandsvorsitzender ESWE Versorgungs AG)

KMW, Mainzer Stadtwerke und ESWE Versorgung starten 60 MWh Batteriespeicherprojekt auf der Ingelheimer Aue

Mainz, 23. Oktober 2026. Die Energiewende braucht nicht nur erneuerbaren Strom, sondern auch die Fähigkeit, ihn genau dann bereitzustellen, wenn er gebraucht wird. Mit einem Batteriespeicher auf der Ingelheimer Aue schaffen die KMW (Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG), die Mainzer Stadtwerke AG und die ESWE Versorgungs AG gemeinsam dafür eine neue Grundlage. Heute legten die KMW-Vorstände Stephan Krome und Oliver Malerius gemeinsam mit Oberbürgermeister Nino Haase und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende symbolisch das Fundament für die Anlage mit 60 Megawattstunden Speicherkapazität. Mit dem Projekt treibt die KMW ihre Transformation vom klassischen Kraftwerksbetreiber zum breit aufgestellten Energie- und Infrastrukturanbieter weiter voran.

„Die Ingelheimer Aue ist seit 95 Jahren das energiepolitische Herz unserer Stadt. Der Batteriespeicher ist ein weiterer Baustein in unserer Dekarbonisierungsstrategie und stärkt daneben das wirtschaftliche Fundament der KMW. Wir nutzen die vorhandene Infrastruktur, um Mainz fit für die nächste Phase der Energiewende zu machen und unsere Position als moderner Energiestandort weiter auszubauen“, sagt Nino Haase, KMW-Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz.

Der Batteriespeicher verfügt über eine Kapazität von 60 Megawattstunden und eine Leistung von 22 Megawatt. Voll geladen entspricht seine Kapazität rechnerisch dem Tagesbedarf von über 6.000 Haushalten oder etwa 1.000 Ladevorgängen eines E-Autos. Seine Aufgabe ist nicht die dauerhafte Strom- oder Notstromversorgung des Rechenzentrums, sondern die Stabilisierung des Stromsystems. Er speichert Strom, wenn dieser im Überschuss vorhanden ist und gibt diesen bei Bedarf an das Stromnetz wieder ab. Gleichzeitig kann er technisch die Frequenz des Netzes stabilisieren.

„Die besondere Stärke des Batteriespeichers ist seine Geschwindigkeit“, sagt Jacob Buhmann, Projektleiter des Batteriespeichers. „Innerhalb von Sekundenbruchteilen kann er auf Schwankungen im Stromnetz reagieren. Damit wird er zu einem wichtigen Baustein für ein Energiesystem, das zunehmend von Sonne und Wind geprägt ist.“

„Batteriespeicher gehören zu den Schlüsseltechnologien der Energiewende“, sagt Daniel Gahr, Vorstand der Mainzer Stadtwerke AG. „Deshalb investieren wir gemeinsam mit der KMW in dieses Projekt. Es verbindet Versorgungssicherheit, Flexibilität und wirtschaftliche Vernunft. Es wird übrigens nicht nur bei diesem gemeinsamen Projekt auf der Ingelheimer Aue bleiben: Die Mainzer Stadtwerke planen den Bau eines weiteren Batteriespeichers mit einer Leistung von 15 Megawatt und einer Speicherkapazität von 62 Megawattstunden im Stadtgebiet.“

Gebaut wird der Speicher auf dem KMW-Gelände von der INTILION GmbH aus Paderborn. Das Unternehmen verfügt über mehr als 1,5 GWh bereits realisierte und beauftragte Batteriespeicherkapazität und übernimmt dabei die Planung, Installation und Inbetriebnahme der Systeme.  Das Fundament gießt die Firma K&R Tiefbau GmbH aus Zornheim. Bei den eingesetzten Batterien handelt es sich um Lithium-Ionen-Batterien. Die Inbetriebnahme ist Ende März 2027 geplant.

„Im September haben wir den Spaten für den Batteriespeicher in Wiesbaden angesetzt. Heute folgt Mainz“, sagt Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der KMW. „Zwei Städte, ein Ziel: eine Energieversorgung, auf die sich die Menschen verlassen können.“

„Als ESWE investieren wir gleich doppelt. In den Speicher in Wiesbaden und gemeinsam mit den Mainzer Stadtwerken in den Batteriespeicher der KMW“, sagt Jörg Höhler, Vorstandsvorsitzender der ESWE Versorgungs AG. „Das macht das Netz auf beiden Rheinseiten stabiler.“ Die ESWE BioEnergie baut in Wiesbaden einen Speicher mit 30 Megawattstunden und 11 Megawatt, ebenfalls mit INTILION. Der Spatenstich war am 10. September 2026.