Gasmotorenkraftwerk

Home Zukunftspläne Motorenkraftwerk

Effizient. Zukunftsorientiert. Flexibel.

Energie für eine nahtlose Notstromversorgung

Mit dem geplanten Motorenkraftwerk erweitern wir unseren Standort auf der Ingelheimer Aue um eine weitere, hochflexible Erzeugungsanlage. Sie dient sowohl der öffentlichen Stromversorgung als auch der Absicherung des derzeit entstehenden Rechenzentrums.

Das Kraftwerk wird nicht nur H₂-ready, sondern – wenn man so will – auch „Fernwärme-ready“ ausgeführt: In Hinblick auf Platzbedarf, Anschlussmöglichkeiten und statische Erfordernisse wurde die Option zur späteren Nachrüstung einer Wärmeauskopplung bereits jetzt schon berücksichtigt.

Technische Eckdaten (Änderungen möglich)

Inbetriebnahme: 2027

Betrieb: H2-ready – zu Beginn mit Erdgas

Leistung: 12 H2-ready-Gasmotoren mit je ca. 4,5 MW

Elektrische Leistung: ca. 54 MW

Übrigens: Das Gasmotorenkraftwerk befindet sich im Genehmigungsverfahren.

Energieversorgung für Mainz

Das H2-ready-Motorenkraftwerk dient in erster Linie der bedarfs- und marktorientierten Einspeisung elektrischer Energie ins Stromnetz. Durch die modulare Bauweise kann die Anzahl der aktiven Aggregate flexibel dem aktuellen Bedarf angepasst werden.

Gleichzeitig übernimmt das Motorenkraftwerk eine sicherheitsrelevante Funktion: Im Falle eines Netzausfalls stellt es die Notstromversorgung für das Rechenzentrum auf der Ingelheimer Aue sicher.

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Wieso braucht es ein weiteres Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue?

Das geplante Motorenkraftwerk stellt eine hochflexible und bedarfsgerechte Erzeugungskapazität dar, die gezielt eingesetzt werden kann, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

Durch seine modulare Struktur kann die Anlage kurzfristig auf Lastanforderungen reagieren und sowohl Mittel- als auch Spitzenlast abdecken. Sie erfüllt damit eine wichtige systemstabilisierende Funktion.

Darüber hinaus übernimmt die Anlage eine zentrale Rolle als Netzersatzanlage für unser neu am Standort gebautes Rechenzentrum. Die Absicherung kritischer Infrastrukturen erfordert eine zuverlässige Stromversorgung auch im Falle eines Netzausfalls.

Ohne das geplante Kraftwerk müsste diese Funktion durch Dieselaggregate gewährleistet werden. Im Vergleich dazu sind die Emissionen beim Motorenkraftwerk deutlich geringer – und es soll perspektivisch mit klimaneutralen Energieträgern betrieben werden.

Der Bau des Kraftwerks stellt somit eine umweltverträglichere und langfristig nachhaltigere Lösung dar.

Mit Blick auf den Klimaschutz: Ist es verantwortungsvoll, ein erdgasbetriebenes Kraftwerk zu bauen?

KMW verfolgt das klare Ziel, am Standort entsprechend den derzeit geltenden gesetzlichen Vorgaben bis 2045 klimaneutral zu werden. Vor diesem Hintergrund planen wir die Anlage bewusst so, dass sie auf den Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden kann.

Die hochflexible Anlage kommt dann zum Einsatz, wenn erneuerbare Energien wetterbedingt nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Damit stellen wir die Versorgung im Fall einer Dunkelflaute oder eines Netzausfalls sicher und sorgen für die Notstromversorgung unseres Rechenzentrums auf der Ingelheimer Aue.

Die Notwendigkeit des Neubaus von Gaskraftwerken für die Versorgungssicherheit hat die vorherige als auch die aktuelle Bundesregierung immer betont, ebenso wie das Aus für die Kohleverstromung.

Wie passt das zu den Klimazielen von Rheinland-Pfalz?

Auch das Land Rheinland-Pfalz geht davon aus, dass die Klimaneutralität bis 2040 nicht in allen Sektoren ausschließlich durch vollständige Emissionsvermeidung erreicht werden kann (siehe Anlage 1 zum Landesklimaschutzgesetz), sondern hier ein Ausgleich durch CO2-Senken erfolgt. Unser Ziel, am Standort in Mainz bis 2045 klimaneutral zu werden, deckt sich demnach mit den Klimazielen der Region.

Das Kraftwerk soll „H2-ready“ sein, was ist damit gemeint?

Das Motorenkraftwerk wird zunächst mit dem Primärenergieträger Erdgas betrieben und kann auf den Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden.

Ab wann kann das Kraftwerk mit Wasserstoff betrieben werden?

Technisch ist die Umrüstung jederzeit möglich. Der Zeitpunkt für den vollständigen Umstieg auf Wasserstoff hängt von Faktoren ab, die außerhalb unseres Einflusses liegen – insbesondere vom Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, dem Ausbau der Infrastruktur sowie der Verfügbarkeit ausreichender H2-Mengen zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Gilt das Kraftwerk als klimaneutral, wenn es mit Wasserstoff betrieben wird?

Wenn es mit grünem Wasserstoff betrieben wird, ist das der Fall.

Warum ist der Bau eines Großbatteriespeichers keine Alternative?

Batteriespeicher als Alternativen haben wir ebenfalls betrachtet und werden einen Batteriespeicher mit 22 MW elektrischer Leistung und einer Speicherkapazität von 60MWh errichten.

Batteriespeicher sind zwar grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil des Energiesystems, können jedoch aufgrund ihrer systemischen Funktion (kurzfristiger Ausgleich) keine gesicherte Leistung über längere Zeiträume bereitstellen und sind daher nicht geeignet, die Anforderungen des vorliegenden Projekts vollständig zu erfüllen.

Die Versorgungssicherheit des Stromsystems basiert auf dem Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien. Deshalb investiert KMW sowohl in Erneuerbare Energien als auch in Batteriespeicher und wasserstofffähige Kraftwerke.

Wurden weitere Alternativen zu einem Gaskraftwerk geprüft? Wenn ja, warum wurden diese verworfen?

KMW hat diverse verfügbare Technologien geprüft und analysiert (z.B. Biomasse, Holzhackschnitzel, Laufwasserkraftwerke, Photovoltaik, Gasturbinen, Brennstoffzellen, Motoren) sowie regulatorische Entwicklungen berücksichtigt. Für den Bau eines H2-ready-Motorenkraftwerks hat KMW sich entschieden, weil es für den Bedarf des Unternehmens die ökologisch und ökonomisch beste Lösung ist.

Hat KMW keine Umweltverträglichkeitsprüfung beauftragt?

Für unseren Kraftwerksstandort wurde im Jahr 2005 eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Da wir den Standort um das Motorenkraftwerk erweitern möchten, haben wir nochmal eine allgemeine Vorprüfung beauftragt, die ergeben hat, dass die Änderungen keine zusätzlichen erheblichen nachteiligen oder andere erhebliche nachteilige Auswirkungen hervorrufen kann, die zu berücksichtigen sind. Diese Information hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd auch öffentlich bekannt gegeben.

Wie sieht die Zeitschiene für den Bau des Motorenkraftwerks aus?

Aktuell befindet sich das Projekt im Genehmigungsverfahren. Wir rechnen damit, im 3. Quartal 2026 die Genehmigung zu erhalten. Momentan (Mai 2026) sind wir bei den Gründungsvorbereitungen, um dann umgehend mit dem Bau starten zu können. Die Fertigstellung ist für Dezember 2027 geplant.

Beiträge zum Gasmotorenkraftwerk in Mainz