Nichtsahnend arbeitet eine Projektgruppe im großen Infocenter der KMW – da spaziert plötzlich eine Entenmama mit ihren frisch geschlüpften Küken auf der Terrasse vorbei. Die Baby-News verbreiten sich schnell intern. Und werfen die Frage auf: wie bekommen wir die kleine Familie unbeschadet vom 15 m hohen Gebäude runter? Die Telefone laufen heiß: Wildparks, Tierheime, Tierärzte, die Feuerwehr sind erstmal nicht zuständig, die Verantwortung liegt zunächst beim Anlagenbetreiber.

 

Die Konsequenz: wir bilden das Sondereinsatzkommando „Entenfamilie“. Mit telefonischem Support von Nikolaus Strupp vom Nabu bespricht „SEK-Leiter“ Alexander Orben das Vorgehen. „Wir wollten die Küken in keinem Fall von ihrer Mutter trennen, damit diese sich nicht von den Kleinen abwendet. Gerade während ich mit Herrn Strupp die Möglichkeiten abwägte, beobachtete ich, wie die Entenmama sich vom Gebäudedach stürzte, wohlbehalten landete und direkt nach ihren Küken rief.“  Im Normalfall können auch die Küken einen Sprung aus dieser Höhe überstehen. Bei dem vorhandenen Asphalt-Untergrund sei die Chance jedoch verschwindend gering, teilte Herr Strupp mit. Nun war schnelle Hilfe gefragt.

 

„Glücklicherweise haben wir uns in der Werkstatt schon Gedanken gemacht, wie wir die Entenfamilie vom Dach bekommen. Kurzer Hand habe ich die Kollegen Philipp Haus, Robin Klein, Luis Hermann und Mathias Musseleck angerufen, die daraufhin ihre Mittagspause abbrachen, um so schnell wie möglich die Familie wieder zusammen zu führen“ erklärt „SEK-Leiter“ Orben. Mit einem Anhängernetz, Kisten und teils händisch konnten die Kollegen die Küken einfangen und auf dem kürzesten Weg durch Treppenhaus nach unten bringen, um sie dort in Sichtweite ihrer Mutter auszusetzen. „Das Gegacker ging direkt los und die Kleinen sind zu ihrer Mama gelaufen.“

 

Mit der Zusammenführung war die Aktion jedoch noch nicht beendet. Da ein ständiger Kontakt der Küken mit ihrer Mutter notwendig ist, eskortierte das SEK „Entenfamilie“ auf Empfehlung des Nabu die Familie bis zum Rhein. Auf dem Weg dorthin ist ein Küken am Teich zurückgeblieben und vier weitere sind in einen Gullideckel gefallen. „Wir konnten jedoch alle verlorenen Küken wieder zur Gruppe heranführen.“ Am Ziel angekommen ist die Entenfamilie über das Einlaufbauwerk in den Rhein gesprungen und glücklich vereint davon geschwommen. Wir danken den Kollegen herzlich für diesen großartigen Einsatz. Sie haben bewiesen, dass KMW-ler nicht nur Kraftwerk können – sondern auch Entenküken…