17.10.2017 16:30

Die ersten Herzen des Kraftwerks sind in Mainz

Sieben von zehn Motoren für das neue Blockheizkraftwerk der KMW AG wurden mit dem Schiff angeliefert – Spezialkran hievte 140 Tonnen-Anlagenteile an Land

MAINZ. Sie sind jeweils 140 Tonnen schwer und die Herzstücke des neuen Blockheizkraftwerks auf der Ingelheimer Aue in Mainz: Am heutigen Dienstag, 17. Oktober, erreichten die ersten sieben Motoren für das BHKW der Kraftwerke-Mainz-Wiesbaden AG (KMW) ihren vorläufigen Bestimmungsort auf der Ingelheimer Aue. Die restlichen drei kommen am morgigen Mittwoch. Die Motoren der finnischen Wärtsilä Corporation kamen auf dem Wasserweg nach Mainz und sollen 2018 nach der Inbetriebnahme des 100-Megawatt-Blockheizkraftwerks aus Erdgas Wärme und Strom erzeugen. Die Firma Wärtsilä Energy Solutions ist Generalunternehmer für das Projekt. Jeder der 13 Meter langen und fünf Meter breiten Motoren verfügt über eine elektrische Leistung von zehn Megawatt.  „Ein weiterer wichtiger Meilenstein dieses Projekts ist jetzt erreicht“, sagte KMW-Vorstandsvorsitzender Dr. Lars Eigenmann. „Der heutige Tag ist definitiv ein Besonderer“, betonte auch Gesamtprojektleiter Dr. Olaf Thun am Montag. „Denn wir lassen wirklich große, schwere Teile bewegen.“ Zwei Spezialkräne der Firma Riga mit einer Gesamttragkraft von 1250 Tonnen hoben die Motoren auf spezielle Modultransporter auf dem Containerterminal Frankenbach, die sie auf das KMW-Gelände brachten. Dieter Wilhelm, technischer Projektleiter: „Für den Projektfortschritt ist entscheidend, dass die zentralen Komponenten jetzt da sind.“ Durch die Motoren wird künftig aus Erdgas Strom sowie Fernwärme für die Landeshauptstadt Mainz erzeugt. Das rund 100 Millionen Euro teure BHKW nutzt mit über 85 Prozent die Energie des Erdgases hervorragend aus. Die Motoren können innerhalb von zwei Minuten angefahren werden - damit wird die KMW zum idealen Partner in der Energiewende, wenn auf schwankende Stromproduktion der erneuerbaren Energien bei Windflaute oder wenig Sonneneinstrahlung reagiert werden muss. Das Blockheizkraftwerk benötigt im Vergleich zum bestehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerk auf der Ingelheimer Aue deutlich weniger Erdgas bei gleicher Fernwärmeerzeugung für Mainz und ist damit umweltfreundlicher. “Wir sind sehr stolz, dass wir als finnische Firma mit diesem Blockheizkraftwerk zu einer nachhaltigen Strom- und Wärmeerzeugung von Mainz und damit zur deutschen Energiewende beitragen können. Denn durch die hohe Effizienz und Flexibilität der Motorenlösung kann die KMW künftig nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch wirtschaftlicher Strom produzieren,“ sagt Melle Kruisdijk, Area Vice President bei Wärtsilä Energy Solutions. „Mit den Motoren sind nun die Herzen des BHKW in Mainz angekommen. Damit sind wir fest im Zeitplan und rechnen damit, 2018 wie geplant in Betrieb gehen zu können“, so Kruisdijk weiter. Die Schiffsreise der Motoren startete in der westfinnischen Hafenstadt Vaasa. Am 4. Oktober ging es los Richtung Antwerpen in Belgien. Dort wurden die Motoren am 11. und 12. Oktober auf zwei Schiffe umgeladen. Über die Niederlande machten sich die Schiffe dann am 13. und 14. Oktober auf den Weg in den Rhein. Bei der Frankenbach Container Terminals GmbH an Rheinkilometer 501 wurden die ersten Motoren an Land gehoben. Das Gelände liegt genau neben dem der KMW. „Wir profitieren hier auch von einer sehr guten Infrastruktur“, betonte Dr. Lars Eigenmann.