Diese Fassung ist vom 23.03.2022. Wir aktualisieren den Beitrag regelmäßig, um Sie auf dem neuesten Stand zu halten.
Der Beitrag wurde zuletzt am 08.07.2022 aktualisiert.

 

Der Angriff auf die Ukraine ist ein Angriff auf die Demokratie. Er bestürzt uns alle zutiefst und ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Auswirkungen des Krieges betreffen uns alle. Speziell für uns als Energieerzeuger spielt die Frage nach den wirtschaftlichen Konsequenzen eine große Rolle. Dadurch ist auch unser Kerngeschäft aufgrund der Abhängigkeit von Gas unmittelbar betroffen. Wir beobachten die Situation und bewerten kontinuierlich die Auswirkungen auf unsere Energieerzeugung. Das wichtigste für die Bevölkerung in der Ukraine und uns alle ist, dass schnell eine Lösung für Konflikt gefunden wird.

Wie helfen wir flüchtenden Menschen, die vom Krieg in der Ukraine betroffen sind?

Europa rückt zusammen und die Unterstützung ist enorm. Auch wir helfen in Not geratenen Menschen. Wir spenden Feldbetten für regionale Flüchtlingsunterkünfte und spenden an Aktion Deutschland Hilft e.V..

Wie gehen wir mit der aktuellen Lage in Deutschland um?

Die Ausrufung der Alarmstufe Gas ist, nach dem aktuellen Entwurf des Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetzes (EKBG), die Voraussetzung dafür, den Gaseinsatz in der Stromerzeugung zu verringern. Aktuell wird eine entsprechende Rechtsverordnung nach Inkrafttreten des Gesetzes Mitte Juli erwartet. Die Folgen können erst dann bewertet werden.

Wir reagieren mit unseren Kraftwerken auch zukünftig auf den volatilen Markt und bleiben so lange am Netz, wie es die Bundesregierung vorsieht. Das gilt auch für das schnell einsatzfähige Blockheizkraftwerk, das so die Stabilität des Stromsystems stützt.

Die interne Arbeitsgruppe „Ukraine-Krise“, bestehend aus Vertretern unterschiedlicher Bereiche und Abteilungen, befasst sich mit den möglichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine für KMW. Die Mitarbeitenden treffen sich ab jetzt regelmäßig, um alle Szenarien im Blick zu haben und um als KMW handlungsfähig zu bleiben.

Wie lange können unsere Gaskraftwerke noch Strom erzeugen?

Unser Blockheizkraftwerk ist mit einer Startzeit von zwei Minuten schnell verfügbar und damit wichtig für die Stromnetzstabilität. Deshalb gehen wir davon aus, dass auch unser Blockheizkraftwerk sowie unsere als systemrelevant eingestuften Gaskraftwerke im Bedarfsfall durch den Netzbetreiber abgerufen werden.

Das Kombikraftwerk kann zudem mit Öl betrieben werden. Es befindet sich derzeit in der Netzreserve. Wir gehen nach dem aktuellen Entwurfsstand des EKBG davon aus, dass wir das Kombikraftwerk für eine Übergangszeit wieder im Markt nutzen können und prüfen den Einsatz des Kraftwerks.

Ist die Stromversorgung und Fernwärmeversorgung von Mainz über die KMW gesichert?

KMW, weitere Stromerzeuger und die Stromnetzbetreiber sichern die Versorgung in der Region. Redispatcheinsätze sorgen zudem dafür, dass die Kraftwerke der KMW bei Engpässen hochgefahren werden.

Die Fernwärmeversorgung in Mainz basiert zum großen Teil auf der Wärme, die im Müllheizkraftwerk und der Klärschlammverbrennung erzeugt wird. Ein weiterer Teil wird im Kraftwerk und in Heizwerken erzeugt, die mit Heizöl betrieben werden können. Damit bestehen mehrere Rückfallebenen, so dass die Fernwärmeversorgung sehr weitgehend abgesichert ist.

Wir stehen im ständigen Austausch mit unseren Muttergesellschaften, die Mainzer Stadtwerke (MSW) und ESWE in Wiesbaden sowie Verbänden und Netzwerken, um geschlossen auf zukünftige Herausforderungen reagieren zu können.

Woher bezieht KMW ihr Gas?

Wir kaufen unser Gas bei deutschen Handelspartnern. Das Gas stammt aus verschiedenen Ländern wie Russland, den Niederlanden oder Norwegen. Bedingt besteht die Möglichkeit, zusätzliche Flüssiggas-Mengen von LNG-Anbietern aus Katar oder den USA zu beziehen.

Als Land werden wir an Gas als Interimslösung in den nächsten Jahren als Unterstützung der Energiewende nicht herumkommen. Ziel muss es sein, die Quellen zu diversifizieren und uns von der Abhängigkeit von Russland zu lösen. Langfristig ist die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern durch den Einsatz erneuerbare Gase und der Ausbau der Erneuerbaren notwendig. Deutschland ist Teil eines europäischen Gas-Versorgungsystems, in dem sich die EU-Staaten gegenseitig unterstützen.

Wie wirkt sich der Krieg in der Ukraine auf die Energiepreise aus?

Energiepreise sind von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Aktuell haben die Gaspreise ein Rekordhoch erreicht, dass trifft auch uns. Teilweise konnten wir uns für die folgenden Jahre eindecken, aber auch bei KMW müssen wir mit deutlich höheren Gaspreisen rechnen.

Wie geht es weiter?

Wir bewerten die Konsequenzen des Kriegs in der Ukraine für die Energieerzeugung als äußerst ernst und aufgrund der sich permanent ändernden Lage ist es allerdings momentan unmöglich, zuverlässige Langzeitprognosen zu wagen. Wir beobachten die Situation deshalb laufend, analysieren verschiedene Szenarien und entwickeln Lösungen.